Was kostet Zeit?
Nichts gibt es kostenlos oder gratis. Sicher ist dies eine Verallgemeinerung, dennoch trifft sie uneingeschränkt zu. Die besten Beispiele hierfür finden sich bereits im täglichen Leben. Einkaufsgutscheine, die einem versprochen werden, wenn man nur das beiliegende Formular mit seinen persönlichen Daten füllt, sind ein prominentes Beispiel dafür, gibt es sie doch in allen Variationen. Doch warum ist dies nicht gratis? Datenskandale gibt es zu Hauf. Es wird Geld damit verdient, genau diese persönlichen Daten zu verkaufen. Somit sind diese Lockvögel einfach Mittel zum Zweck, nämlich der Generierung von Mehrwert.
Zurück zu der zentralen Frage: »Was kostet Zeit«?
Die moderne Gesellschaft ist schnelllebig geworden. Der Mangel an Zeit wird immer größer. Jeder kennt das, es ist oft mit großem Aufwand verbunden, sich Zeit zu verschaffen. Hierbei ist natürlich nicht gemeint, die Zeit die einem im Leben zur Verfügung steht zu erhöhen, denn dann müsste ja ein Mittel gefunden werden, sein Leben zu verlängern. Dennoch ist jeder Mensch fest in seinen Alltag eingebunden, und je dichter das soziale Netz, in das jeder einzelne verwoben ist, desto schwieriger ist es, sich Zeit frei zu machen. Was kann man also tun, um Zeit zu haben?
Ein erster Ansatz wäre es, Zeit bei den Dingen zu sparen, die wir täglich erledigen. So kann man versucht sein, bei der täglichen Fahrt zur Arbeit ein wenig Zeit reinzuholen. Also wird schneller gefahren. Doch das kostet, was die These unterstützt, dass nichts im Leben gratis ist, auch die Zeit nicht. Fährt man nun auf dem Weg von der Arbeit nach Hause schneller, um fünf Minuten zu gewinnen, so muss das in From von Kraftstoff bezahlt werden. Zudem wird der Streßfaktaktor steigen. Auch das kostet: Zeit die man benötigt, um zu Hause angekommen, den Puls wieder auf ein normales Maß herunterzufahren. Somit wäre ein Teil der Zeit, der so gewonnen werden sollte, wieder dahin. Darüber hinaus bleiben noch immer die Kosten für den erhöhten Kraftstoffverbrauch.
In diesem konkreten Beispiel geht die gewonnene Zeit also auf das Konto der Lebensqualität. Ist es da nicht sinnvoller, die Zeit, die man hat, zu genießen, ohne ständig zu versuchen dem Leben und der zeit ein Schnippchen zu schlagen?
Jeder kennt das, je älter man wird, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen. Das bedeutet doch auch, dass mit dem Alter die Bedeutung von Zeit für jeden einzelnen zunimmt. Sie wird wertvoller. Übertragen auf das Beispiel mit dem Auto, müsste man nun versuchen, noch schneller zu fahren, um noch weniger Zeit mit der eigentlichen Fahrt zu »verschwenden«. Der Streßfaktor steigt, die Kraftstoffkosten steigen ebenfalls und unter dem Strich wird es nur noch teuerer.
Da die Zeit stetig verrinnt, und wir keine Möglichkeit haben, sie anzuhalten, wird zwangsläufig der Vorrat an Zeit irgendwann zur Neige gehen. Was nun aber jeder Einzelne aus der ihm/ihr zur Verfügung stehenden Zeit macht, beeinflusst entscheidend, ob die verstrichene oder investierte Zeit als »verschwendet« empfunden wird.
Fazit: Zeit kann man nicht kaufen, und sie ist auch nicht bezahlbar. Um aber die empfundenen Kosten für Zeit überschaubar zu halten, ist es also viel wichtiger, die einem zur Verfügung stehende Zeit zu nutzen. Schöner Erinnerungen und Erlebnisse sind zudem nicht bezahlbar, sodass der Wert der Zeit vom persönlichen Empfinden abhängt. Zeit ist endlich und unbezahlbar.